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„Nachlassende Umsätze mit Core-Immobilien auf dem Berliner Investmentmarkt“

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Für das erste Halbjahr 2022 registrierte die Immobilienberatung Cushman & Wakefield (C&W) in Berlin gewerbliche Immobilientransaktionen mit einem Volumen von 3,78 Milliarden Euro. Das sind 14 Prozent weniger als im Vorjahresvergleich und zwei Prozent weniger als im Fünf-Jahresdurchschnitt. Das Transaktionsvolumen war im zweiten Quartal mit 1,88 Milliarden Euro ähnlich hoch wie im ersten.

Mit 1,59 Milliarden Euro und einem Anteil von 42 Prozent am Gesamttransaktionsvolumen waren Büroimmobilien im ersten Halbjahr erneut die umsatzstärkste Assetklasse. Mischgenutzte Immobilien erreichten einen Umsatz von rund 1,1 Milliarden Euro. Logistik- und Industrieimmobilien erzielten mit 360 Millionen Euro und zehn Prozent Umsatzanteil ein besseres Ergebnis als im Vorjahr (132 Millionen Euro, drei Prozent). Handelsimmobilien spielten mit 130 Millionen Euro und drei Prozent Umsatzanteil keine große Rolle.

Core+ war mit 34 Prozent das umsatzstärkste Segment, gefolgt von Value-add mit 30 Prozent und Opportunistic mit 23 Prozent. Anders als in den Vorjahren hatten Transaktionen im Core-Segment mit 13 Prozent nur einen geringen Anteil.

Clemens von Arnim, Head of Capital Markets Berlin bei C&W, erläutert: „Der Zinsanstieg wirkt sich stark auf die Kalkulation der Kaufinteressenten aus. Wegen der niedrigen Mietrenditen im Core-Bereich, ist diese Risikoklasse besonders betroffen. In Folge sehen wir aktuell wenige und eher kleinere Transaktionen in diesem Segment. Solange die Volatilität am Zinsmarkt so hoch ist, bleibt die Preisfindung schwierig. Institutionelle Investoren werden angesichts dieser Rahmenbedingungen über den Sommer keine großen Investitionsentscheidungen treffen. Aktivitäten erwarten wir am ehesten im richtig gepreisten Value-add-Bereich, weil man eine mögliche Durststrecke in diesem Segment mit aktiver Entwicklung überbrücken kann.“

Angesichts der gestiegenen Finanzierungszinssätze steigen die Bürorenditen und leiten damit eine Trendumkehr ein. Aktuell beträgt die Bürospitzenrendite 2,85 Prozent und damit 25 Basispunkte mehr als im ersten Quartal und vor einem Jahr.

Bei vielen Objekten am Markt besteht laut C&W aktuell eine deutliche Lücke zwischen den Angebots- und Gebotspreisen. Erst wenn sich diese Lücke schließt, werde das genaue Ausmaß der Steigerung erkennbar werden. Basierend auf den aktuellen Finanzierungsbedingungen geht C&W aber von einer weiteren Steigerung der Renditen bis Jahresende aus. Zusätzliche Unsicherheit bringt der drohende Gas-Stopp, der Deutschland in eine tiefe Rezession führen könnte.

Die Spitzenrendite für Logistikimmobilien beträgt aktuell 3,10 Prozent und ist damit zehn Basispunkte zum Vorquartal gestiegen. Bei innerstädtischen Geschäftshäusern in 1A-Lagen blieben die Spitzenrenditen mit 3,30 Prozent im Vergleich zum ersten Quartal stabil. (DFPA/JF1)

Cushman & Wakefield, Inc. ist ein internationales Immobilienberatungsunternehmen mit Sitz in New York. Das 1917 gegründete Unternehmen berät und vertritt seine Kunden in allen Fragen rund um die Nutzung von Gewerbeimmobilien. C&W beschäftigt mehr als 50.000 Mitarbeiter in weltweit über 60 Ländern. In Deutschland ist das börsennotierte Unternehmen mit Niederlassungen in Berlin, Düsseldorf, Frankfurt, Hamburg, Leipzig und München vertreten.

www.cushmanwakefield.de

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